Warum ich keine Zyklus-App nutze!

Nutzt du deine Zyklus-App richtig?

Bevor ich erkläre, warum ich kein großer Fan von Zyklus-Apps bin, gibt es ein bisschen Input über folgende Themen:

  • Was genau ist eine Zyklus-App?

  • Wie zuverlässig sind die Angaben zu deinem Zyklus?

Inhaltsverzeichnis

 

Wofür wird eine Zyklus-App genutzt?

Ich gehe davon aus, dass du bereits weißt, was eine Zyklus-App ist. Sonst wärst du wahrscheinlich nicht hier gelandet. Dennoch möchte ich einige Informationen mit dir teilen, die dir vielleicht neu sind.

Zyklus-Apps sollen Frauen dabei unterstützen, ihren weiblichen Zyklus zu verfolgen. Das bedeutet, dass du in einer solchen App in der Regel die Dauer und Regelmäßigkeit deiner Menstruation eintragen kannst, ebenso wie Symptome wie Stimmungsschwankungen, Schmerzen und dein Energielevel.

Die App berechnet dann, wann und wie lange deine fruchtbaren Tage sind und wann du deine Menstruation bekommst. Sie kann dich auch daran erinnern, wenn du die Benachrichtigungsfunktion aktiviert hast.

Manche Apps kannst du sogar mit zusätzlichen Daten, wie Schlafverhalten, Ernährung, Gewicht und körperliche Aktivitäten füttern und erhältst detaillierte Analysen deines Zyklus. Zudem lassen sich manche Zyklus-Apps mit anderen Gesundheits-Apps verbinden. Damit kannst du z.B. Muster in deinem Zyklus aufdecken und deinen Körper umfassend analysieren (lassen).

Zusätzlich bieten einige Apps Informationen und Wissen rund um den weiblichen Zyklus.

Zusammengefasst sind Zyklus-Apps Erinnerungshilfen, Analysetools für den eigenen Körper und Wissensvermittler.

Klingt eigentlich ganz cool…? Aber du würdest den Artikel nicht lesen, wenn du nicht neugierig wärst, warum ich sie eben nicht ganz so cool finde.

Sind Zyklus-Apps wirklich verlässlich? Was du beachten musst.

Natürlich können Zyklus-Apps nützlich sein, um deinen Menstruationszyklus zu verfolgen und Muster zu erkennen. Allerdings hängt ihre Zuverlässigkeit von mehreren Faktoren ab:

Caroline Schumann sitzt vor einer braunen Tür und bedient ein Smartphone.



  1. Die Buchführung

    • Du musst die App mit vielen Daten füttern, um Vorhersagen zu erhalten, die wirklich auf dich zutreffen. Die Qualität der Aussagen deiner Zyklus-App hängt stark von deinen regelmäßigen Eingaben ab.

  2. Du bist kein Durchschnitt

    • Viele Apps verwenden Durchschnittswerte oder Algorithmen. Wenn deine App den klassischen 28-Tage-Zyklus als Vorlage nimmt, kann das zu ungenauen Aussagen über deinen tatsächlichen Zyklus führen. Vielleicht hast du deinen Eisprung gar nicht an Tag 14. Die Orientierung am Durchschnitt wird dir als individuelle Person möglicherweise nicht gerecht.

  3. Vergangenheit vs. Zukunft

    • Du willst eigentlich Angaben über deinen zukünftigen Zyklus. Die meisten Apps nutzen Algorithmen, die die Daten deiner letzten Zyklen auswerten. Je nachdem, wie wechselhaft deine Zykluslänge ist, kann das zu ungenauen Angaben führen.

  4. Nur du kennst dein Leben

    • Die Zyklus-App kennt nicht deinen Stress, Krankheiten, Reisen und andere Änderungen deines Lebensstils. All das kann deine Hormone beeinflussen und die Vorhersagen der Apps ungenau werden lassen.

  5. Sind deine Daten sicher?

    • Es gibt Studien und Tests (z.B. von Stiftung Warentest oder der Mozilla-Stiftung; ein Artikel zum Datenschutz der Apps kommt vielleicht noch von mir) die zeigen, dass die sensiblen Daten nicht ausreichend geschützt werden. Teilweise wurden sie sogar an Dritte weitergegeben oder für personalisierte Werbung verwendet. Auch das Recht auf Auskunft über die gespeicherten Daten wurde bei vielen getesteten Apps nicht eingehalten.

Es gibt also einige Punkte, die du dir bewusst machen solltest, bevor du eine Zyklus-App nutzt. Eine wichtige Frage ist auch, wie sinnvoll die Nutzung tatsächlich ist, wenn die Angaben der App nur den Durchschnitt widerspiegeln?

Ich sage ja. Und zwar in der Art und Weise, wie sie genutzt werden. Du kannst beide Tools so verwenden, dass sie dich unterstützen, oder so, dass du weiterhin planlos durch die Gegend läufst – oder eben planlos mit deinem Körper bist.

Du kannst deinem Navi zum Beispiel blind folgen, ohne auf irgendwas in deiner Umgebung achtest. Das führt dazu, dass du dein Navi IMMER und IMMER wieder brauchst. Obwohl du die Strecke vielleicht schon dreimal gefahren bist. Dein Blick ruht mehr auf dem Navi als auf deiner Umgebung.

ODER

Du benutzt dein Navi und achtest trotzdem auf deine Umgebung, à la „Ah, an der Ecke ist eine Apotheke“ oder „Okay, die dritte Straße direkt beim Eisladen muss ich abbiegen“. Spätestens beim dritten Mal wirst du es gar nicht mehr brauchen!

Und das ist, wie bei allen technischen Geräten immer einer der wichtigsten Punkte: Ist das Gerät eine Unterstützung oder hast du dich davon abhängig gemacht? Wenn Letzteres der Fall ist, sagst du vielleicht häufiger den Satz:

„Meine App sagt, ich bekomme morgen meine Tage“

Wusstest du, dass dein Körper dir das auch sagen kann? Das einzige was du machen musst, ist ihm bewusst zuhören. Er sagt dir sehr genau, was du gerade brauchst, fühlst und wie es dir geht! Daraus kannst du ableiten, in welcher Zyklusphase du aktuell stehst.

Dein Körper kann dir mitteilen, ob du zum Beispiel:

  • Aktive Bewegung brauchst oder eher eine heiße Schokolade,

  • ob du gerade Lust auf andere Menschen hast oder lieber für dich sein magst und

  • ob du energiegeladen bist oder eher ausruhen möchtest.

Denn auch das sind Merkmale, die dir sagen können, wo du in deinem Zyklus stehst.

Du willst wissen, welche Signale dir dein Körper sendet?
Hier geht es zum Zyklus-Guide

Digitale Geräte trennen uns häufig von unserer Körperwahrnehmung, weil wir nur mit dem Verstand bei diesen Geräten sind und quasi wie eingesogen werden.

Vielleicht denkst du jetzt, dass du ja aber alle Signale deines Körpers in die App einträgst und dafür natürlich ein Körperbewusstsein brauchst – sonst könntest du sie ja nicht eintragen. Das stimmt!

Und dennoch habe ich hier noch einige wichtige Punkte zum Nachdenken:

Ich bin für Zyklus-Tagebücher oder Journals aus Papier.

Hier sind meine Top 7 Gründe, warum ich einem Zyklus-Tagebuch aus Papier nutzen würde:

  1. Erinnerung & Mustererkennung

    • Wenn du etwas mit der Hand auf ein Blatt Papier schreibst, prägt es sich besser in dein Gedächtnis ein. Du wirst Informationen besser verarbeiten und behalten können. Signale deines Körpers, die du regelmäßig in ein physisches Zyklus-Tagebuch einträgst, wirst du wahrscheinlich eher im Kopf behalten und erkennen, als wenn du sie in deine App eingibst.

  2. Kein PLING! Keine Ablenkungen

    • Du wirst durch Papier weniger abgelenkt als durch dein Smartphone (das deine App enthält), weil dein Zyklus-Tagebuch aus Papier dir keine anderen Benachrichtigungen senden kann.

  3. Fokus & Achtsamkeit

    • Dein Fokus liegt wirklich ganz bei dir und deinen Wahrnehmungen. Somit kann das Führen eines physischen Zyklus-Tagebuchs zu einer Art Selbstfürsorge-Praxis werden.

  4. Unabhängigkeit

    • Du bist absolut unabhängig von Strom und Technik. Denn das Papier kannst du überall mitnehmen und es muss nicht aufgeladen werden. Höchstens dein Bleistift muss gespitzt werden.

  5. Endlose Aufbewahrung

    • Das Zyklus-Tagebuch wird auch noch nach Verlust deines Handys oder bei Kompatibilitätsproblemen mit deinem neuen Smartphone da sein. Manchmal ist es einfach schön, in den vorherigen Tagebüchern zu blättern und zu lesen und die Zyklen zu vergleichen, um Muster zu erkennen.

  6. Individuell & kreativ

    • Wenn du kein fertiges Zyklus-Tagebuch nutzt, kannst du dir das absolut selbst gestalten mit Fragen, Themen und Design nach deinem Geschmack.

  7. Deine Daten gehören dir

a.     Weiter oben habe ich schon angemerkt, dass Datenschutz so eine Sache bei Zyklus-Apps ist. Bei physischen Tagebüchern kann ich mir sicher sein, dass meine Daten über mich privat bleiben und nicht an andere weitergegeben oder gar kommerzialisiert werden.

Das sind eine Menge Gründe, das papierene Tagebuch mal auszuprobieren. Vielleicht hast du auch Lust ganz altmodisch deinen Zyklus zu beobachten.

Entdecke deinen Körper ganz neu!
Lass dich von unserem Zyklus-Guide begleiten und erfahre, welche Bedeutung die Signale deines Körpers haben.

 

Ich tracke meinen Zyklus im Kopf & Körper.

Das Tracken des eigenen Zyklus in ein Tagebuch ist zu Beginn wichtig, um ein Gefühl für den eigenen Rhythmus und immer wiederkehrende Muster zu erhalten. Zum Beispiel, ab welchem Zyklustag du keine Lust mehr auf Menschen hast oder wann dein Energielevel sinkt.

Wenn du über einen gewissen Zeitraum (drei Monate reichen da auch aus) täglich deinen Zyklus trackst und zwar auf Papier, wirst du merken, dass die Selbstbeobachtung in „Fleisch und Blut“ übergeht.

Ich führe mein Zyklus-Tagebuch im Kopf & Körper – ich weiß immer, in welcher Zyklusphase ich mich befinde und wann ungefähr meine Tage kommen. Deswegen weiß ich auch, ab wann ich mehr auf meine Bedürfnisse achten sollte und an welchen Tagen ich mehr für andere tun kann.

Falls du dich bis jetzt mehr auf deine App als auf deinen Körper verlassen hast, dann möchte ich dich einladen dich deinem Körperbewusstsein zu widmen:

 

Wenn du deinen Zyklus also mal richtig bewusst tracken willst, empfehle ich dir unseren Zyklus-Guide.

Lerne die Signale deines Körpers bewusst und achtsam kennen.

Mit diesem Zyklus-Guide bekommst du Wissen, Praxis und Inspiration, um nie wieder eine Zyklus-App zu brauchen.

 
Caroline Schumann

Ich bin Zykluscoach für Frauen, die die Geheimnisse & Signale
ihres Körpers entschlüsseln wollen.

https://www.toechter-und-schwestern.de
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Was die weiblichen Zyklusphasen mit deiner Stimmung zu tun haben.

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